2009 galt für die Verbraucher in Deutschland als das teuerste Jahr, zumindest hinsichtlich der Stromkosten. Die Preise stiegen für die privaten Haushalte um durchschnittlich 6,8% an und bescherten den 40 Millionen bundesdeutschen Haushalten im Vergleich zum Vorjahr Mehrkosten um über zwei Milliarden Euro. Für einen durchschnittlichen Haushalt, der einen Jahresverbrauch von etwa 3500 Kilowattstunden aufweist, bedeutete das eine Erhöhung der Jahresstromrechnung um durchschnittlich 51€ auf immerhin 804€.
Alle Prognosen von Fachleuten und Verbraucherschützern sagen voraus, dass sich die Preisspirale auf dem Strommarkt auch im Jahr 2010 weiter nach oben bewegen wird. Über 150 Stromversorger haben für das erste Quartal einen Anstieg der Stromtarife in Deutschland um bis zu 16% angekündigt. Die mächtigen Stromkonzerne begründen ihre Preiserhöhungen mit den zunehmenden Kosten für die Förderung der erneuerbaren Energien und dem sehr kostenaufwändigen Netzausbau. Die Aufrüstung der Netze sei erforderlich, um die größeren Kapazitäten an Wind- und Sonnenergie aufnehmen und in die Bedarfsregionen verteilen zu können. Gerade die regenerativen Energieformen können nicht in den Ballungsräumen produziert werden, in denen der Strom benötigt wird. Wurde zum Ausbau der umweltfreundlichen Energieformen im vergangenen Jahr noch ein Cent pro Kilowattstunde zusätzlich berechnet, fordern die Stromkonzerne 2010 das Doppelte von ihren Abnehmern.
Verbraucherschützer kritisieren die Preiserhöhungen mit dem Hinweis, dass die an den Strombörsen verlangten Preise infolge der Wirtschaftskrise gefallen seien. Bei einigen kleineren Energieunternehmen, die keine großen Stromkontingente im Voraus gekauft hätten, könnten die Verbraucher sogar etwas günstigere Tarife finden.